Die Grundidee

Die mehrdeutige Wendung ist „etwas mitbringen“: etwas ist ein Indefinitpronomen und nennt keinen Gegenstand. Das Missverständnis steht als irrealer Vergleich: „als solle jede Person Essen für ein gemeinsames Buffet mitbringen“. Die neue Fassung ist genau und enthält einen Relativsatz: „ein kleiner persönlicher Gegenstand, über den man zwei Minuten erzählen möchte“. „Ließ … übersetzen“ zeigt lassen im Sinn von „machen lassen“.

Wörter aus der Geschichte

mehrsprachig – in mehreren Sprachen

der Gegenstand – ein Ding, das man anfassen kann

die Vorstellungsrunde – ein Teil eines Treffens, in dem sich alle kurz vorstellen

die Kühlmöglichkeit – ein Ort, an dem man Lebensmittel kühl halten kann

der Ausgangstext – der ursprüngliche Text, aus dem übersetzt wird

berichtigen – einen Fehler in einem Text verbessern

die Klarstellung – eine Erklärung, die ein Missverständnis beseitigt

Lies den Text

Für ein mehrsprachiges Nachbarschaftstreffen ließ die Organisatorin einen kurzen Einladungstext übersetzen. In der deutschen Fassung stand, dass alle „etwas mitbringen“ sollten. Sie meinte einen Gegenstand für eine Vorstellungsrunde. In einer anderen Fassung klang es jedoch so, als solle jede Person Essen für ein gemeinsames Buffet mitbringen.

Der Fehler wurde bemerkt, als drei Menschen nach Kühlmöglichkeiten fragten. Die Organisatorin prüfte zuerst ihre eigene Vorlage. Dort fehlte tatsächlich die Erklärung, was mit „etwas“ gemeint war. Es war zu einfach, nur der Übersetzung die Schuld zu geben. Der Ausgangstext hatte die wichtige Information nicht vollständig ausgesprochen.

Sie schrieb eine konkrete neue Fassung: ein kleiner persönlicher Gegenstand, über den man zwei Minuten erzählen möchte; Essen sei nicht erforderlich. Die Übersetzungen wurden entsprechend berichtigt, und bereits angemeldete Personen erhielten die Klarstellung. Beim Treffen zeigte eine Besucherin trotzdem ein altes Kochbuch. Diesmal war eindeutig, dass es eine Geschichte und keine Versorgungspflicht mitgebracht hatte.

Beispiele

  • Sie meinte einen Gegenstand für eine Vorstellungsrunde.
  • Drei Menschen fragten nach Kühlmöglichkeiten.
  • Die Organisatorin prüfte zuerst ihre eigene Vorlage.
  • Essen war nicht erforderlich.
  • Die Übersetzungen wurden entsprechend berichtigt.
  • Eine Besucherin zeigte trotzdem ein altes Kochbuch.

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Darauf solltest du achten

Man könnte der Übersetzung die Schuld geben. Die Organisatorin prüft ihre Vorlage: „Dort fehlte tatsächlich die Erklärung, was mit ‚etwas‘ gemeint war.“ Schon der Ausgangstext war ungenau. Das Kochbuch am Ende ist kein neuer Fehler; diesmal bringt es eine Geschichte mit, keine Versorgungspflicht.

Probiere es selbst

  1. Welche zwei Bedeutungen von etwas mitbringen entstehen?

    Antwort oder Beispielantwort mit Erklärung anzeigen

    Einen persönlichen Gegenstand oder Essen für ein Buffet mitbringen.

    Einen persönlichen Gegenstand oder Essen für ein Buffet mitbringen. Die Organisatorin „meinte einen Gegenstand für eine Vorstellungsrunde“, doch eine Fassung klang, „als solle jede Person Essen für ein gemeinsames Buffet mitbringen“.

  2. Warum liegt das Problem nicht nur in der Übersetzung?

    Antwort oder Beispielantwort mit Erklärung anzeigen

    Schon der deutsche Ausgangstext nennt den Gegenstand und Zweck nicht.

    Schon der deutsche Ausgangstext nennt den Gegenstand und Zweck nicht. In ihrer Vorlage „fehlte tatsächlich die Erklärung, was mit ‚etwas‘ gemeint war“. Der Ausgangstext hatte die Information nicht vollständig ausgesprochen.

  3. Was klärt die neue Fassung?

    Antwort oder Beispielantwort mit Erklärung anzeigen

    Art des Gegenstands, kurze Erzählung und dass Essen nicht nötig ist.

    Art des Gegenstands, kurze Erzählung und dass Essen nicht nötig ist. Die neue Fassung nennt „ein kleiner persönlicher Gegenstand, über den man zwei Minuten erzählen möchte“ und sagt, Essen sei nicht erforderlich.

Wende es heute an

Erzähle „Die übersetzte Einladung“ in vier deutschen Sätzen nach: Ausgangslage, Schwierigkeit, wichtige Beobachtung und Ergebnis. Schreibe danach einen eigenen alternativen Schluss und kennzeichne ihn ausdrücklich als Erfindung.