Die Grundidee

Die Verallgemeinerung lautet: „Unsere Teilnehmenden wünschen Vormittagstermine“. Veras Zweifel sind mit womöglich vorsichtig formuliert: „Einige Menschen hatten die Nachricht womöglich nicht gelesen“. Die neue Option ist ein ganzer Satz: „keiner dieser Termine passt“. Ihr Bericht enthält eine doppelte indirekte Frage: „wie viele Menschen über welchen Weg geantwortet hatten“. Der letzte Satz trennt die Meinung der Antwortenden von der aller Angeschriebenen.

Wörter aus der Geschichte

die Umfrage – eine Befragung vieler Menschen zu einem Thema

die Initiative – eine Gruppe, die sich für ein Ziel einsetzt

bevorzugen – lieber wählen als etwas anderes

womöglich – vielleicht; man weiß es nicht sicher

die Antwortmöglichkeit – eine der Antworten, die man in einer Umfrage wählen kann

vielfältig – aus vielen verschiedenen Teilen bestehend

die Berufstätigen – Menschen, die einen Beruf ausüben

Lies den Text

Eine Initiative wollte wissen, wann ihre Sprachgruppe stattfinden sollte. Sie verschickte eine Online-Umfrage mit fünf möglichen Zeiten. Von vierzig angeschriebenen Personen antworteten nur neun. Die meisten dieser neun bevorzugten den Vormittag. Im ersten Entwurf des Berichts stand deshalb: „Unsere Teilnehmenden wünschen Vormittagstermine.“

Vera fand die Aussage zu groß für die Daten. Einige Menschen hatten die Nachricht womöglich nicht gelesen, andere konnten das Formular schlecht bedienen oder hatten bei keiner Option Zeit. Sie fragte über zwei weitere Wege nach und ergänzte eine Antwortmöglichkeit für „keiner dieser Termine passt“.

Das Bild wurde vielfältiger. Für eine kleine Gruppe blieb der Vormittag passend, mehrere Berufstätige wünschten einen Abendtermin. Die Initiative konnte nicht jeden Wunsch erfüllen, richtete aber zwei wechselnde Treffen ein. Im Bericht schrieb Vera genau, wie viele Menschen über welchen Weg geantwortet hatten. Die erste Umfrage war nicht nutzlos gewesen. Sie hatte nur zunächst die Meinung der Antwortenden gezeigt, nicht sicher die aller Angeschriebenen.

Beispiele

  • Von vierzig angeschriebenen Personen antworteten nur neun.
  • Die meisten dieser neun bevorzugten den Vormittag.
  • Vera fand die Aussage zu groß für die Daten.
  • Das Bild wurde vielfältiger.
  • Die Initiative konnte nicht jeden Wunsch erfüllen.
  • Die erste Umfrage war nicht nutzlos gewesen.

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Darauf solltest du achten

Man könnte meinen, die erste Umfrage sei wertlos gewesen oder der Vormittag falsch. Beides stimmt nicht: Für eine kleine Gruppe „blieb der Vormittag passend“, und am Ende heißt es: „Die erste Umfrage war nicht nutzlos gewesen.“ Sie zeigte nur die Meinung der Antwortenden.

Probiere es selbst

  1. Welche Verallgemeinerung kritisiert Vera?

    Antwort oder Beispielantwort mit Erklärung anzeigen

    Die Vorliebe von neun Antwortenden wird als Wunsch aller Teilnehmenden dargestellt.

    Die Vorliebe von neun Antwortenden wird als Wunsch aller Teilnehmenden dargestellt. Nur neun von vierzig antworteten, doch der Entwurf schrieb: „Unsere Teilnehmenden wünschen Vormittagstermine.“ Vera fand diese Aussage „zu groß für die Daten“.

  2. Welche neue Antwortmöglichkeit kommt hinzu?

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    Keiner dieser Termine passt.

    Keiner dieser Termine passt. Vera ergänzte „eine Antwortmöglichkeit für ‚keiner dieser Termine passt‘“. So konnten auch Menschen antworten, denen keine Zeit passte.

  3. Was macht der spätere Bericht transparent?

    Antwort oder Beispielantwort mit Erklärung anzeigen

    Zahl der Antworten und die jeweiligen Antwortwege.

    Zahl der Antworten und die jeweiligen Antwortwege. Im Bericht schrieb sie genau, „wie viele Menschen über welchen Weg geantwortet hatten“. Damit wird die Grundlage der Schlussfolgerung sichtbar.

Wende es heute an

Erzähle „Die unbeantwortete Umfrage“ in vier deutschen Sätzen nach: Ausgangslage, Schwierigkeit, wichtige Beobachtung und Ergebnis. Schreibe danach einen eigenen alternativen Schluss und kennzeichne ihn ausdrücklich als Erfindung.